Fünf Steckernamen, die ständig durcheinandergeworfen werden. Hier ist, wofür du sie tatsächlich brauchst, und wofür nicht mehr.
Typ 2, benannt nach dem deutschen Hersteller Mennekes, ist seit Jahren der europaweite Standardstecker fürs Wechselstromladen (AC). Jedes aktuell in der Schweiz verkaufte Elektroauto hat diesen Anschluss, jede Wallbox zu Hause und jede "langsame" öffentliche Ladesäule im Parkhaus oder Quartier nutzt ihn. Üblich sind 11 kW (dreiphasig) oder 22 kW, der Stecker ist rund mit einer abgeflachten Seite und bis zu 7 Kontakten.
CCS ("Combined Charging System") baut auf Typ 2 auf: Unter den normalen AC-Kontakten sitzen zwei zusätzliche, dicke Kontakte für Gleichstrom (DC). An öffentlichen Schnellladesäulen (Autobahnraststätte, Schnelllader) wird praktisch immer CCS genutzt, in der Praxis mit 50 bis 150 kW, an Hyperchargern auch deutlich mehr. Das ist der Stecker, den heute praktisch jedes neue Elektroauto in der Schweiz hat, inklusive Tesla, das in Europa längst auf CCS2 umgestellt hat.
Wichtige Klärung: "CCS" und "CCS2" meinen in Europa dasselbe, die "2" grenzt nur gegen das nordamerikanische Pendant CCS1 ab (siehe unten). Es gibt keinen separaten europäischen "CCS2-Standard", der sich technisch von "CCS" unterscheidet, nur unterschiedliche Namen für dieselbe Sache.
Anders als der Name vermuten lässt, sind CCS1 und CCS2 keine Versionsnummern desselben Steckers, sondern zwei physisch unterschiedliche, nicht kompatible Steckerfamilien:
Für Schweizer Fahrer ist das nur bei Direktimporten aus Nordamerika oder Südkorea relevant, ein solches Fahrzeug passt mechanisch nicht an eine Schweizer CCS2-Säule.
CHAdeMO ("CHArge de MOve") kommt aus Japan, entwickelt unter anderem von Nissan, Mitsubishi und Toyota. Es ist ein eigenständiger, runder DC-Schnelllade-Stecker ohne AC-Teil, deutlich wuchtiger als CCS und mit einem markanten Verriegelungshebel. Der Standard wurde über die Jahre leistungsmässig stark erweitert (von rund 62 kW bei den ersten Versionen bis auf dem Papier mehrere 100 kW bei neueren Spezifikationen), an real existierenden Schweizer Ladesäulen findest du aber meist nur 50 kW.
Relevant ist CHAdeMO heute fast nur noch für ältere Fahrzeuge: Nissan Leaf (bis zur Umstellung auf CCS), ältere Mitsubishi Outlander PHEV sowie die baugleiche Familie Mitsubishi i-MiEV, Citroën C-Zero und Peugeot iOn. Der neue Nissan Leaf kommt bereits mit CCS statt CHAdeMO, der Stecker verliert also auch in seinem wichtigsten Fahrzeug an Bedeutung. Ein CHAdeMO-auf-CCS-Adapter existiert praktisch nicht als Alltagslösung, es gibt zwar vereinzelte aktive (elektronische) Nischenadapter, aber keine Standardausrüstung.
Das ist der kleine AC-Stecker älterer japanischer Fahrzeuge. Typ 1, auch als SAE J1772 oder Yazaki-Stecker bekannt (nach dem japanischen Erstentwickler), ist der AC-Vorgänger-Standard aus Japan und Nordamerika. Er hat nur 5 statt 7 Kontakte, kann nur einphasig laden (kein Drehstrom, deshalb maximal rund 7,4 kW statt 22 kW), und ist rund ohne die abgeflachte Seite von Typ 2. Die Verriegelung sitzt am Stecker selbst, mit einem Knopf zum Entriegeln.
In der Schweiz findest du ihn heute nur noch bei älteren Occasionsfahrzeugen, vor allem bei der Mitsubishi-i-MiEV/Citroën-C-Zero/Peugeot-iOn-Familie und frühen Nissan-Leaf-Exportversionen. Seit der EU-weiten Typ-2-Vorgabe wird kein neues Fahrzeug mehr damit ausgeliefert. Wer ein solches Auto fährt, lädt an normalen Typ-2-Ladepunkten über ein Adapterkabel, allerdings weiterhin begrenzt auf die einphasige Ladeleistung des Fahrzeugs. Eine eigene, noch kleinere Steckervariante speziell für japanische Kei-Cars konnten wir nicht finden, auch sehr kleine japanische Stromer wie der i-MiEV nutzen reguläres Typ 1/J1772.
Stand: Oktober 2026. Quellen: Wikipedia (IEC 62196, SAE J1772, CHAdeMO), Bundesamt für Strassen ASTRA (blog.astra.admin.ch), ladestationguru.de, goingelectric.de, monta.com. Wo Quellen unterschiedliche Leistungswerte nannten (v. a. bei CHAdeMO-Normversionen), haben wir die Bandbreite statt einer einzelnen Zahl angegeben.